Aktuell

10. März 2026

Wir sind noch da

Kulturelle Institutionen – wie das Kunstmuseum Luzern oder die Kunsthalle Luzern- verstehen sich heute als offene Orte des Dialogs. Vermittlung, Partizipation und Austausch gehören zum selbstverständlichen Vokabular musealer Praxis. Gleichzeitig bleibt die Frage bestehen, wie sich diese Offenheit in Entscheidungsstrukturen, Verantwortlichkeiten und Formen der Repräsentation tatsächlich niederschlägt. Diese Frage ist nicht neu. Seit den späten 1960er-Jahren hinterfragen Künstler:innen zunehmend nicht nur die Bilder in den Museen, sondern auch die Institutionen selbst: ihre Strukturen, ihre Narrative und ihre Formen der Teilhabe. Immer wieder ging es darum, Räume der Kunst neu zu öffnen – durch Kritik, durch Selbstorganisation oder durch institutionelle Reform.

#reclaimthemuseum knüpft an diese Geschichte an.

Vor einem Jahr haben wir damit begonnen, Gespräche mit Institutionen, Akteur:innen und Entscheidungsträger:innen zu führen. Diese Gespräche waren respektvoll und ernsthaft. Gleichzeitig wurde deutlich, dass zwischen Dialog und struktureller Umsetzung eine Differenz bestehen kann. Genau an dieser Stelle setzt unsere Arbeit an. Wir sind noch da. Und wir führen diese Fragen weiter:



Unsere Anliegen

#reclaimthemuseum versteht Gespräche nicht als Abschluss, sondern als Indikator. Wo Austausch stattfindet, aber keine strukturellen Konsequenzen folgen, wird sichtbar, wie Institutionen organisiert sind. Das Projekt richtet sich nicht gegen Personen oder einzelne Programme. Es fragt nach den Rahmenbedingungen kultureller Praxis:

Wer entscheidet?
Wer wird repräsentiert?
Wie werden Verantwortung und Mandate definiert?
Nach welchen Kriterien werden Sichtbarkeit und Ressourcen verteilt?

Diese Fragen sind keine Anklage, sondern Teil einer notwendigen Selbstverständigung zeitgenössischer Institutionen.


Unsere Position

#reclaimthemuseum geht davon aus, dass kulturelle Institutionen gesellschaftliche Verantwortung tragen. Sie sind nicht nur Orte der Präsentation, sondern Akteure im öffentlichen Raum. Partizipation bedeutet mehr als Gesprächsbereitschaft.

Diversität bedeutet mehr als programmatische Zielsetzung.
Öffnung bedeutet mehr als punktuelle Initiative.

Strukturelle Transparenz stärkt Vertrauen und Legitimation.



Unsere Erfahrung

Die bisherige Auseinandersetzung hat gezeigt, dass Reformbereitschaft häufig formuliert wird, ihre Umsetzung jedoch komplex und langfristig ist. Bestehende Governance-Modelle besitzen eine hohe Stabilität. Diese Beobachtung verstehen wir nicht als Scheitern, sondern als präzisere Kenntnis der Ausgangslage.


Unsere Konsequenz

#reclaimthemuseum arbeitet weiter – mit analytischer Klarheit, langfristiger Perspektive und dem Anspruch, konstruktiv zur Weiterentwicklung institutioneller Strukturen beizutragen. Das Projekt versteht sich als offene Plattform, die Diskurs, Dokumentation und Öffentlichkeit verbindet. Ziel bleibt eine Kulturpraxis, in der Verantwortung, Repräsentation und Transparenz nachvollziehbar organisiert sind.


Unsere nächsten Schritte

Aktuell bereiten wir eine Reihe von Podcasts vor. In diesen Gesprächen möchten wir die oben genannten Fragen vertiefen und mit Personen aus dem kulturellen Umfeld diskutieren, die unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen in institutionelle Praxis einbringen. Ziel ist es, konkrete Einblicke in bestehende Strukturen zu ermöglichen und zugleich Räume für neue Denkansätze zu öffnen.


Unsere Einladung

#reclaimthemuseum versteht sich als offene Plattform.
Wir laden dich ein, in unserer Kerngruppe mitzudenken und an der Weiterentwicklung des Projekts mitzuwirken. Wenn du Interesse hast, melde dich gerne unter mail@reclaimthemuseum.org
Wir informieren dich dann über die kommenden Treffen und Gesprächsformate.
Wir sind noch da. Deine Mitwirkung ist willkommen!
Zum Beispiel am 23. März 2026 um 18:15 in der Redaktion, Himmelrichstrasse 4, Luzern